Archiv für die Kategorie ‘Organisationen’

Kaisertreuen Jugend bei Bismarck-Tagen in Rathenow

Juni 18, 2009

Wie angekündigt, fanden vom 12. bis zum 14. Juni 2009 im brandenburgischen Rathenow die diesjährigen Bismarck-Tage statt. Organisatoren waren der Bismarckbund e. V. und das Bismarckmuseum in Jever unter der Federführung von Herrn Günther G. A. Marklein. Einige Mitglieder der Kaisertreuen Jugend nahmen an der sehr gelungenen und lehrreichen Veranstaltung teil.

Am Freitag Abend hielt Herr Marklein den Eröffnungsvortag zum Thema „Der Beginn der parlamentarischen Laufbahn Bismarcks vor 160 Jahren in Rathenow“. Sein Programm von 1849 lautete: Unterstützung der Regierung, Kampf gegen die Revolution, Vertrauen zwischen Krone und Volk! (Der gesamte Vortrag wird uns in Kürze auch schriftlich vorliegen.) Anschließend kam es zu einem lebhaften Meinungsaustausch.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Besichtigung der Stadt Rathenow und ihrer sehr wasserreichen Umgebung. Die Stadt wurde leider bei Kampfhandlungen in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges stark beschädigt. Dennoch sind einige historische Bauwerke erhalten, wie zum Beispiel Teile der Stadtmauer, die Stadtschleuse mit dem liebevoll restaurierten Haus des Schleusenwärters. Daneben das Denkmal des Großen Kurfürsten, geschaffen von Bildhauern der Schule Andreas Schlüters. Weiterhin die Bebauung rund um die St.-Marien-Andreas-Kirche. Hier kann man noch das Küsterhaus (Ältestes erhaltenes Wohnhaus der Stadt), das alte Pfarrhaus und die Superintendentur besichtigen. Nicht zuletzt natürlich die romanisch-gotische Stadtkirche mit dem Doppelpatronat „Marien-Andreas“. Der Name stammt aus dem frühen Mittelalter, als die Kirche zwischen zwei Kapellen, nämlich der Marienkapelle und der Andreas-Kapelle, errichtet wurde. Beide Kapellen sind noch erhalten und lassen einen tiefen Blick in typische Bauweise dieser Zeit zu. Auch die Stadtkirche wurde im Krieg fast vollständig zerstört und verlor ihren Turm, ihre Gewölbe und die Apsis. Seit Jahren läuft der Wiederaufbau! Der Turm erglänzt bereits in alter Schönheit und grüßt weit in das brandenburgisch-preußische Land hinaus. Die Apsis wurde wieder errichtet und beherbergt heute neben einem wertvollen gotischen Schnitzaltar auch wunderschöne moderne Fenster mit Szenen aus dem alten- und dem neuen Testament. Zur Zeit wird die Kirche wieder neu eingewölbt, dabei bedient man sich ausschließlich mittelalterlicher Bautechniken.

Am Nachmittag durften wir dann den Anblick der Stadt vom Schiff aus erleben. Die rund zweistündige Fahrt ging über die Kanäle und Schleusen der Innenstadt weit hinaus in den Lauf der Havel. Die Schönheit und die Anmut der märkischen Landschaft, die schon Theodor Fontane in den Beschreibungen seiner Wanderungen gerühmt hat, kommt vom Wasser aus in besonderer Weise zur Geltung.

Der gemütliche Ausklang am Abend fand nicht einfach irgendwo statt, sondern in den bekannten und berühmten „Bismarck-Terrassen“ in Brandenburg an der Havel! Bei gepflegter Gastlichkeit und „Preußen-Pils“ gelang es dem Inhaber Herrn Günter Weber auch immer wieder, seinen Gästen durch Stimm- und Musikeinlagen Anekdoten aus der „guten alten Zeit“ nahe zu bringen.

Am Sonntag fanden die Bismarck-Tage mit einer Wanderung zum Rathenower Bismarck-Turm auf dem ehemaligen Weinberg ihren Abschluß. Der Turm wurde im Jahre 1914 zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers, Fürst Otto von Bismarck errichtet. Der Bismarckturm-Verein Rathenow betreut heute das Bauwerk und hat sich auch erfolgreich für dessen Instandsetzung eingesetzt. Nachdem wir den herrliche Rundblick aus 34 Meter Höhe genossen hatten, referierte im Vereinsraum Herr Hans-Joachim Mellies vom Stadtmuseum Dessau zum Thema „Die Bismarcks in Pommern – Bilder und Reiseeindrücke“. Er zeigte u. a. Bilder vom Gut Kniephof im Landkreis Naugard in Hinterpommern, wo Otto von Bismarck die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte und vom bismarckschen Familiengut in Varzin bei Stolp, ebenfalls in Hinterpommern. Damit gelang es ihm, weniger bekannte Orte und Begebenheiten aus Bismarcks Leben anschaulich darzulegen. Herr Marklein verdeutlichte in seiner Abschlußansprache, warum Bismarck und seine Leistungen in der heutigen Zeit aktueller denn je sind und lud die Teilnehmer zu den nächsten Bismarck-Tagen im Juni 2010 nach Herford in Westfalen ein. Auch hier wird die Kaisertreue Jugend wieder dabei sein!

Vortragsveranstaltung von Kaisertreuer Jugend und Bismarckbund in Jever

Januar 26, 2009

Nachdem auf dem 1. Monarchieforum in Laufen/Salzach von Seiten Herrn Markleins und des Bismarckbundes die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit zwischen Kaisertreuer Jugend, Deutscher Monarchistischer Gesellschaft und Bismarckbund geäußert wurde, fand nun vom 16. – 18. Januar 2009 die erste Veranstaltung dieser Art im Bismarck-Museum in Jever statt. Zahlreiche Mitglieder der Kaisertreuen Jugend, aber auch des Bundes Aufrechter Monarchisten waren hierzu aus ganz Deutschland angereist.

Das Vortragswochenende begann am Freitagabend mit einem Vortrag über die Außenpolitik Friedrich II. Günter G. A. Marklein führte aus, dass der alte Preußenkönig ein gewiefter außenpolitischer Taktierer war, der die noch junge Großmachtstellung Preußens in der europäischen Mächtepolitik zwischen Österreich, Großbritannien, Frankreich und Russland stets zu verteidigen und bewahren wusste. In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer und der Referent einig, dass die Außenpolitik und gerade die Praxis von Kriegführung und Friedensschlüssen jener Tage gerade nicht auf die völlige politische Vernichtung oder territoriale Verstümmelung des Gegners aus war, wie sie leider oftmals ab 1918 in der Neuzeit praktiziert wurde. Nach dem Vortrag fand man sich zu weiteren Gesprächen in geselliger Runde im „Haus der Getreuen“ in Jever zusammen. Hier tagt der älteste Bismarck-Traditionsverein Deutschlands, die Getreuen von Jever. Sitte war, dem Begründer deutscher Einheit jährlich zum Geburtstag 101 Kiebitz-Eier zu schicken. Der Samstag begann mit einer Führung durch Stadt und Schloss, ebenfalls geleitet durch Herrn Marklein. Die Teilnehmer bekamen einen interessanten Einblick in Stadtgeschichte und Traditionspflege in Jever. Anschließend folgte der Vortrag unseres Mitglieds Michael Sonntag mit dem Thema „Nach Canossa gehen wir nicht! – Vom Investiturstreit zum Kulturkampf“. Herr Sonntag lieferte einen detaillierten Abriss über das oftmals schwierige Verhältnis von Kaisertum und römischer Kirche im Mittelalter, um dann einen Bogen zum Bismarck’schen Kulturkampf und dessen Auswirkungen auf das Kaiserreich zu schlagen. Abgerundet wurde der Samstag mit dem Vortrag von Dr. Claus Kohlhase, der seine Ansichten zur Neugründung eines Heiligen Römischen Reiches vorstellte. Hierbei legte er großen Wert auf die Verknüpfung althergebrachter, christlich-europäischer Traditionen mit den modernen politischen Strukturen. Auch diesem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion. Bei einem gemeinsamen Abendessen ließ man den Tag ausklingen. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Jubiläums der Reichsgründung 1871. Nach einer kleinen Andacht gab Herr Marklein einen kurzen biographisch-politischen Überblick über Otto von Bismarck und sein Wirken. Darauf folgte eine ausgedehnte Führung durch das Museum. Nahezu jedes Exponat wurde von Marklein umfangreich kommentiert, die Teilnehmer waren begeistert von der Fülle an Büchern, Bildern, Büsten und Dokumenten, mit denen das Museum aufwarten kann.

Die Veranstaltung endete gegen 13 Uhr, da viele der auswärtigen Teilnehmer eine lange Rückreise vor sich hatten. Wie immer verging die Zeit viel zu schnell, die erfolgreiche Kooperation sowie die herzliche Gastfreundlichkeit von Seiten des Bismarckbundes lässt aber auf eine Wiederholung bzw. weitere gemeinsame Veranstaltungen dieser Art hoffen.

Neugründung: Bund aufrechter bayerischer Monarchisten und Föderalisten

Mai 14, 2008

Letztes Wochenende kam es in Laufen a.d.S. zur Neugründung des Bundes aufrechter bayerischer Monarchisten und Föderalisten. Zum Ziel gesetzt hat er sich nicht weniger, als eine parlamentarische Monarchie in Bayern mit einem Wittelsbacher als Staatsoberhaupt. Für Ende September ist das 1. Monarchieforum geplant.

Laufen an der Salzach: (MPA) In Laufen kam es am Samstag, den 10. Mai 2008 zur Neugründung einer monarchistischen Organisation. Im Zuge intensiver Beschäftigung mit der lokalen Heimatgeschichte hatte die zuvor nur in losem Kontakt stehende Gruppe herausgefunden, daß es einen Bund bayerischer Monarchisten und Föderalisten gab, dessen Wurzeln noch in die 20er Jahre zurückreichen. Nachdem sich gezeigt hatte, daß die Ziele dieses fast in Vergessenheit geratenen Bundes sich weitestgehend mit den Ihren deckten und rechtliche Probleme dem auch nicht entgegenstanden, traf man sich also in der lauschigen Atmosphäre des ehemaligen Klosters „Kapuzinerhof“ in Laufen, um die Neugründung in aller Form zu vollziehen.

Photo #1 von Laufen

Bevor man sich aber am späten Abend fotographieren lassen konnte, gab es noch einiges an Arbeit zu leisten. Neben der Beachtung vereinsrechtlicher Fragen am meisten Kraft kostete die Diskussion darüber, was getan werden kann, um dem Ziel des Bayerischen Staatsoberhauptes aus dem Hause Wittelsbach näher zu kommen, dessen Geschichte als Herrschergeschlecht Bayerns bis über das Jahr 1000 hinaus verbürgt ist. Als hierbei dringendstes Problem erkannte man die Bildungslücken, die der Heimat- und Sachkundeunterricht an Bayerns Schulen hinterläßt, weswegen man sich entschloß, den dafür zuständigen Lehrern auf Anfrage entsprechendes Material zugänglich zu machen, um ihnen so bei der Unterrichtsvorbereitung behilflich zu sein.

Ebenso einig war man sich über das Treueversprechen für S.K.H. Herzog Franz von Bayern, das als Gedicht vorlag und mit den Worten endet:

„Wir wollen nicht Gesetze brechen,

wir halten das, was wir versprechen

und stehen fest ohn Weh und Ach

zu unseren Fürsten Wittelsbach.“

Bevor man sich nach getaner Arbeit verabschiedete, beriet man noch kurz, welchen Beitrag der neue Bund für das Ende September stattfindende 1. Monarchieforum 2008 erbringen kann. Ziel dieser von der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft veranstalteten Fachtagung ist es, dem heute schon sichtbaren interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs über verwandte Fragen weitere Anregungen zu geben.