Vortragsveranstaltung von Kaisertreuer Jugend und Bismarckbund in Jever

By kaisertreu

Nachdem auf dem 1. Monarchieforum in Laufen/Salzach von Seiten Herrn Markleins und des Bismarckbundes die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit zwischen Kaisertreuer Jugend, Deutscher Monarchistischer Gesellschaft und Bismarckbund geäußert wurde, fand nun vom 16. – 18. Januar 2009 die erste Veranstaltung dieser Art im Bismarck-Museum in Jever statt. Zahlreiche Mitglieder der Kaisertreuen Jugend, aber auch des Bundes Aufrechter Monarchisten waren hierzu aus ganz Deutschland angereist.

Das Vortragswochenende begann am Freitagabend mit einem Vortrag über die Außenpolitik Friedrich II. Günter G. A. Marklein führte aus, dass der alte Preußenkönig ein gewiefter außenpolitischer Taktierer war, der die noch junge Großmachtstellung Preußens in der europäischen Mächtepolitik zwischen Österreich, Großbritannien, Frankreich und Russland stets zu verteidigen und bewahren wusste. In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer und der Referent einig, dass die Außenpolitik und gerade die Praxis von Kriegführung und Friedensschlüssen jener Tage gerade nicht auf die völlige politische Vernichtung oder territoriale Verstümmelung des Gegners aus war, wie sie leider oftmals ab 1918 in der Neuzeit praktiziert wurde. Nach dem Vortrag fand man sich zu weiteren Gesprächen in geselliger Runde im „Haus der Getreuen“ in Jever zusammen. Hier tagt der älteste Bismarck-Traditionsverein Deutschlands, die Getreuen von Jever. Sitte war, dem Begründer deutscher Einheit jährlich zum Geburtstag 101 Kiebitz-Eier zu schicken. Der Samstag begann mit einer Führung durch Stadt und Schloss, ebenfalls geleitet durch Herrn Marklein. Die Teilnehmer bekamen einen interessanten Einblick in Stadtgeschichte und Traditionspflege in Jever. Anschließend folgte der Vortrag unseres Mitglieds Michael Sonntag mit dem Thema „Nach Canossa gehen wir nicht! – Vom Investiturstreit zum Kulturkampf“. Herr Sonntag lieferte einen detaillierten Abriss über das oftmals schwierige Verhältnis von Kaisertum und römischer Kirche im Mittelalter, um dann einen Bogen zum Bismarck’schen Kulturkampf und dessen Auswirkungen auf das Kaiserreich zu schlagen. Abgerundet wurde der Samstag mit dem Vortrag von Dr. Claus Kohlhase, der seine Ansichten zur Neugründung eines Heiligen Römischen Reiches vorstellte. Hierbei legte er großen Wert auf die Verknüpfung althergebrachter, christlich-europäischer Traditionen mit den modernen politischen Strukturen. Auch diesem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion. Bei einem gemeinsamen Abendessen ließ man den Tag ausklingen. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Jubiläums der Reichsgründung 1871. Nach einer kleinen Andacht gab Herr Marklein einen kurzen biographisch-politischen Überblick über Otto von Bismarck und sein Wirken. Darauf folgte eine ausgedehnte Führung durch das Museum. Nahezu jedes Exponat wurde von Marklein umfangreich kommentiert, die Teilnehmer waren begeistert von der Fülle an Büchern, Bildern, Büsten und Dokumenten, mit denen das Museum aufwarten kann.

Die Veranstaltung endete gegen 13 Uhr, da viele der auswärtigen Teilnehmer eine lange Rückreise vor sich hatten. Wie immer verging die Zeit viel zu schnell, die erfolgreiche Kooperation sowie die herzliche Gastfreundlichkeit von Seiten des Bismarckbundes lässt aber auf eine Wiederholung bzw. weitere gemeinsame Veranstaltungen dieser Art hoffen.

Eine Antwort schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.