Spannbrucker: Nur ein Monarch kann diese Lücke füllen
Juli 6, 2008 by kaisertreuMPA-Interview vom 6. Juli 2008 mit Herrn Martin Spannbrucker vom Bund aufrechter bayerischer Monarchisten und Föderalisten e.V. in Laufen.
MPA: Sie sind Mitorganisator des Ende September stattfindenden 1. Monarchieforums. Was sind die Bewegründe für Ihr Engagement?
Spannbrucker: Ich will das Thema Monarchie im Wissenschaftsdiskurs allgemein voran bringen. Ein bei mir sehr starker Impuls dafür ist das Wissen um die geschichtlichen Abläufe um Kronprinz Rupprecht von Bayern, mit dem es beinahe gelungen wäre, die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Bayern zu verhindern. Leider scheiterte das u.a. am politischen Willen der damaligen Regierung Held. Nachdem jedoch Seine Königliche Hoheit im Volk sehr beliebt war, wurde seine Familie im Oktober 1944 von der Gestapo verhaftet und in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau interniert. Auch in Dänemark spielte der König während der Zeit der Besetzung eine wichtige Rolle im Leben seiner Landsleute. König Christian X. gab ihnen Zuversicht und Hoffnung, indem er sich täglich seinem Volk zeigte, statt sich der Besatzung zu beugen. Weil ich aus vielen persönlichen Gesprächen sagen kann, daß kaum jemand von solch wichtigen Sachen weiß, ist meine Hoffnung, daß sich wenigstens die Wissenschaft dieses spannenden Themas annimmt. Natürlich habe ich mich auch mit den Lebensumständen von König Ludwig II. recht ausgiebig befaßt und so eine enge Bindung zum Herzoghaus und der Geschichte Bayerns entwickelt.
MPA: Viele Menschen fragen, ob es denn überhaupt erlaubt sei, so ein Forum auszurichten. Was sagen Sie dazu?
Spannbrucker: Natürlich ist es erlaubt Fachtagungen wie das Monarchieforum auszurichten. Unsere Ordnung würde sich ja selbst ad-absurdum führen, wenn sie der Wissenschaft vorschreiben wollte, womit sie sich beschäftigen darf und womit nicht. Angesichts des Erstarkens linker und rechter Extremisten ist es sogar eine Notwendigkeit, daß dies geschieht, weil das in vielen Fällen ja Ausdruck einer Identitätskrise ist. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Manche meinen ja, “die Parteien” würden hier versagen, aber wer so argumentiert, verlangt von den Parteien mehr, als sie zu leisten imstande sind. Nur ein Monarch kann diese Lücke füllen. An den Verfassungspatriotismus, der von einigen da als Behelf ins Spiel gebracht wird, glaube ich nicht.
MPA: Wo sehen Sie Anknüpfungspunkte in den bestehenden Wissenschaftsdiskurs?
Spannbrucker: Wo die Anknüpfungspunkte bei den Geschichtswissenschaften sind, hatte ich ja schon erläutert. In welcher Weise die Rechts- und Politikwissenschaften davon profitieren können, kann ich im einzelnen noch nicht sagen, aber daß auch hier ein sehr starker Bezug ist, liegt auf der Hand. Von besonderem Interesse dürfte unsere Tagung für die Extremismusforschung sein. Daneben gibt es sicher noch eine Reihe anderer Disziplinen zu denen es Übergänge gibt. Wenn Sie etwa den Monarchen als Mediator sehen, dann können Sie sich sicher vorstellen, daß das Thema auch der Kommunikationswissenschaft neue Anregungen geben kann. Deshalb meine ich, daß die Monarchie den Wissenschaften insgesamt einiges an neuen Erkenntnissen bringen kann und die Wissenschaft ist ja schon dabei, sich dieses Themas anzunehmen.
MPA: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Spannbrucker.

